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Psychologische Beratung als Primärprävention

Psychologische Beratung als Primärprävention

 

Auf der Homepage der deutschen Depressionsliga werden als wirkliche Auslöser der Depression u.a.soziale Faktoren genannt:

„ Die Depression ist keine Krankheit, die ausschließlich individuelle Ursachen hat. Vielmehr wird von verschiedenen Seiten ein Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Entwicklungen und der Zunahme depressiver Erkrankungen gesehen. Bei entsprechender Betrachtung kann man sogar fast alle Ursachen der häufigsten Depressionsformen auf soziale Faktoren zurückführen. Wirtschaftliche Probleme, Arbeitslosigkeit oder die Angst davor, Stress im Beruf oder in der Familie, unerfüllbare Hoffnungen und Erwartungen an den Lebensweg, Individualisierung und Globalisierung, Überkomplexität und Unberechenbarkeit sozialer Entwicklungen, Mobilitätszwang oder Perspektivlosigkeit, anonyme digitale Kommunikation oder das Auseinanderbrechen traditioneller Familienstrukturen und Institutionen, Isolation und Oberflächlichkeit – in unserer Gesellschaft hat sich in den letzten Jahrzehnten trotz permanenter Steigerung der volkswirtschaftlichen Leistungsfähigkeit immer mehr depressiver Sprengstoff angesammelt.“

 Es liegt also auf der Hand, dass  psychologische Beratungsgespräche  bereits bei ersten Auftreten von Arbeitsüberlastung, familiären Problemen, Vereinsamung und beruflichen Problemen durchaus präventiven Charakter haben können. Durch Erarbeiten von Lösungsstrategien bereits beim Erkennen von Lebensproblemen und somit erfolgreicher Bewältigung der belastenden Situation entfällt der Weg in eine Problemspirale – Selbstzweifel und Versagensgefühle bleiben aus – man geht gestärkt aus der Krise. Somit stellt die psychologische Beratung im  weitesten Sinn eine Health Care Strategie dar.

In unserem Nachbarland Österreich ist seit 1994 der Beruf des Lebens- und Sozialberaters klar definiert und gesellschaftlich anerkannt.

In Österreich ist das Gewerbe Lebens- und Sozialberatung streng reglementiert. Um sich Lebens- und Sozialberater oder Dipl. Lebensberater nennen zu dürfen bzw. um als solcher tätig werden zu dürfen, muss man eine fünf- bis sechssemestrige Ausbildung absolvieren und entsprechende Praktika nachweisen. Lebensberater dürfen in Österreich keine pathologischen Störungen behandeln. Ihre Beratungstätigkeit beschränkt sich auf den sozialen Bereich, sexuelle Probleme, Fragen von Familie und Partnerschaft, sowie auf die Arbeitswelt

Psychologische Beratung als Primärpräventionsmaßnahme

Auch in Grossbritannien und in den USA gibt es das Berufsbild des Counselings.  Counseling ist die dort als professionelle psychosoziale Beratung von Einzelnen oder Gruppen mit dem Ziel, Problemlösungs- oder Veränderungsprozesse anzustoßen, zu steuern und zu evaluieren gesellschaftlich anerkannt.

Die  Counselors arbeiten mit Gesprächs- und Interventionstechniken, die jedoch nur zum Teil mit denen von Psychotherapeuten zu vergleichen sind. In der Regel ist die Interventionstiefe geringer und der Ansatz holistisch, d.h. das gesamte soziale Umfeld der Klienten und seine Unterstützungssysteme geraten stärker ins Blickfeld.

In diesen Ländern ist es gesellschaftlich eher populär und geschätzt zu Präventionszwecken psychosoziale Beratungin Anspruch zu nehmen während es in Deutschland bedauerlicherweise eher stigmatisiert ist und das Aufsuchen einer psychologischen Beratung häufig mit persönlichem Versagen gleichgesetzt wird.

Leider gilt hier der Grundsatz noch nicht:

Sich helfen zu lassen zeugt von Stärke und Verantwortungsbewusstsein!

 

Psychische Erkrankungen

Sollten Sie das Gefühl haben, unter einer psychischen Erkrankung zu leiden, so ist ein Besuch beim psychologischen Berater sicher zunächst nicht geeignet. In Ihrem eigenen Interesse bitten wir Sie, Ihren Hausarzt aufzusuchen.

Sollten Sie einen Psychotherapeuten suchen wenden Sie sich bitte an:

http://www.psychotherapiesuche.de

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