Unsere Kodexe
Ethik Kodex - Qualität Kodex und Code of Conduct
- Der Ethik Kodex legt die ethischen Grundsätze fest, an die sich alle Mitglieder des VpsyB e.V. halten sollten. Er dient als Leitfaden für unser berufliches Handeln und stellt sicher, dass wir stets im besten Interesse unserer Klienten agieren.
- Der Qualitäts Kodex definiert die Anforderungen an die Qualität unserer Beratungsleistungen. Er stellt sicher, dass wir als Verband für hohe Standards stehen und unseren Klienten eine qualitativ hochwertige Beratung bieten.
- Der Code of conduct regelt das Verhalten unserer Mitglieder im beruflichen Umfeld. Er legt fest, wie wir uns gegenüber unseren Klienten, Kollegen und anderen Berufsgruppen verhalten sollten. Dieser Kodex trägt dazu bei, das Vertrauen in unsere Arbeit zu stärken und eine professionelle Zusammenarbeit zu gewährleisten.
Ethik-Kodex für den Berufsverband psychologischer Berater VpsyB e.V.
PRÄAMBEL
1.1 Dieser Kodex formuliert wissenschaftlich fundierte und ethisch anspruchsvolle Leitlinien für psychologische Berater:innen außerhalb der Heilkunde in Deutschland. Ziel ist die Förderung höchster ethischer Standards, die Wahrung der Menschenwürde, die Sicherung des gesellschaftlichen Vertrauens und die kontinuierliche Professionalisierung des Berufsstandes. Ein zentrales Anliegen ist dabei die primäre Prävention: Psychologische Beratung trägt maßgeblich dazu bei, psychische Gesundheit zu erhalten, psychosoziale Ressourcen zu stärken und Risiken für die Entstehung psychischer Störungen frühzeitig zu erkennen und zu minimieren.
1.2 Psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde erfordert ein Höchstmaß an ethischer Verantwortung und professioneller Integrität. Berater:innen sind verpflichtet, die Rechte und die Würde der ihnen anvertrauten Personen nicht nur zu respektieren, sondern – wo immer erforderlich – auch proaktiv Maßnahmen zum Schutz dieser Rechte zu ergreifen. Sie fördern Autonomie, Selbstverantwortung (Empowerment) und die Fähigkeit der Klient:innen, ihre grundlegenden Menschenrechte bewusst zu erleben und wahrzunehmen. Die primäre Prävention steht dabei im Mittelpunkt: Ziel ist es, Belastungen vorzubeugen, Resilienz zu stärken und die Lebensqualität nachhaltig zu fördern.
1.3 Die Mitglieder verstehen sich als Teil einer professionellen Fachgemeinschaft, die sich durch kollegiale Unterstützung, offene Kommunikation und kontinuierlichen interdisziplinären Austausch auszeichnet. Die ethischen Prinzipien dieses Kodex dienen nicht nur dem Schutz der Klient:innen, sondern auch der Stärkung des gesellschaftlichen Vertrauens in die psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde. Die Verpflichtung zur primären Prävention ist integraler Bestandteil des professionellen Selbstverständnisses.
BEDEUTUNG DER BERUFSETHISCHEN RICHTLINIEN
2.1 Die Richtlinien bieten Orientierung für eine verantwortungsvolle, reflektierte und evidenzbasierte Beratungspraxis. Sie stärken das Berufsbild und schützen Klient:innen wie Gesellschaft.
ALLGEMEINE GRUNDSÄTZE DER BERUFSAUSÜBUNG
3.1 Psychologische Berater:innen fördern Verständigung, Gerechtigkeit und sozialen Frieden (Kohäsion) im sozialen und beruflichen Miteinander und gestalten die Bedingungen des sozialen Lebens salutogenetisch und gesundheitsförderlich.
3.2 Sie unterstützen Menschen in ihrem Streben nach einem gesünderen, resilenteren und bewussteren Leben in Würde und mit gegenseitigem Respekt (Humanismus).
3.3 Sie wahren besondere Sorgfalt (Due Diligence), wenn sie mit mehreren Klient:innen arbeiten, wenn ihre Arbeit zu leidvollen Auswirkungen führen kann oder wenn Rechte eingeschränkt sind.
3.4 Sie bieten Dienstleistungen in unterschiedlichen Anwendungsbereichen, sind sich der Unterscheidung zwischen Berufsrolle und sozialen Beziehungen bewusst, schließen transparente Verträge und sorgen für eine angemessene Absicherung von Haftungsansprüchen (Accountability).
ETHISCHE GRUNDPRINZIPIEN
4.1 Würde & Autonomie: Achtung der Menschenwürde und Autonomie jedes Individuums. Förderung der Fähigkeit zur Selbstbestimmung und bewussten Entscheidung.
4.2 Non-Malefizienz: Verpflichtung, Schaden zu vermeiden (nihil nocere). Proaktive Maßnahmen zur Prävention von Nachteilen oder Verletzungen.
4.3 Benefizienz: Förderung des Wohls und der Entwicklung der Klient:innen durch fachlich fundiertes, unterstützendes und ressourcenorientiertes Handeln.
4.4 Gerechtigkeit: Fairness, Gleichbehandlung und gerechte Ressourcenallokation. Respekt vor Diversität und Chancengleichheit (Inklusion).
4.5 Integrität: Authentizität, Aufrichtigkeit und Transparenz im Handeln. Keine Ausnutzung beruflicher Beziehungen zu persönlichen, ökonomischen, politischen oder ideologischen Zwecken.
4.6 Vertraulichkeit: Schutz personenbezogener Daten und Informationen (Datenschutz). Aufklärung über Grenzen der Vertraulichkeit.
4.7 Wissenschaftlichkeit: Anwendung evidenzbasierter Methoden, kontinuierliche Fort- und Weiterbildung und Integration aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse.
4.8 Selbstreflexion: Regelmäßige Reflexion der eigenen Werte, Haltungen und Handlungen; Nutzung von Supervision, Intervision und kollegialem Austausch.
4.9 Respekt & Wertschätzung: Anerkennung individueller, kultureller und sozialer Unterschiede. Sensibilität für Gender, Alter, Herkunft, Identität und besondere Lebenslagen.
4.10 Empathie & Mitgefühl: Einfühlsames Verstehen, Respekt vor verschiedenen Lebensentwürfen und Unterstützung der Klient:innen in ihrer Eigenverantwortung.
WERTE UND TUGENDEN
5.1 Verlässlichkeit (Reliabilität):
Psychologische Berater:innen handeln berechenbar, halten Zusagen ein und schaffen so eine vertrauensvolle Beratungsatmosphäre. Verlässlichkeit bildet die Grundlage für die Stabilität der Beratungsbeziehung und ist essenziell für nachhaltigen Erfolg.
5.2 Verantwortungsbewusstsein (Responsibilität):
Sie übernehmen Verantwortung für ihr professionelles Handeln, reflektieren die Konsequenzen ihrer Interventionen und stehen zu ihren Entscheidungen. Dies schließt auch die Bereitschaft ein, Fehler einzugestehen und daraus zu lernen.
5.3 Bescheidenheit (Modestie):
Berater:innen sind sich der Grenzen ihrer eigenen Kompetenzen bewusst, nehmen Supervision in Anspruch und verweisen Klient:innen bei Bedarf an andere qualifizierte Fachkräfte weiter. Sie begegnen Klient:innen mit Demut und ohne Überlegenheitsanspruch.
5.4 Mut zur Klarheit (Assertivität):
Sie sprechen auch schwierige Themen offen und respektvoll an, vertreten fachliche Positionen transparent und fördern so konstruktive Entwicklung. Mut zur Klarheit bedeutet, Unklarheiten und Konflikte nicht zu vermeiden, sondern lösungsorientiert zu adressieren.
5.5 Resilienz:
Psychologische Berater:innen verfügen über psychische Widerstandsfähigkeit und Selbstregulationskompetenz. Sie sind in der Lage, mit Belastungen und Rückschlägen professionell umzugehen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln.
5.6 Geduld (Patienz):
Sie bringen die notwendige Geduld auf, Veränderungsprozesse in angemessenem Tempo zu begleiten. Sie akzeptieren, dass Entwicklung und Lernprozesse individuell verlaufen und nicht erzwungen werden können.
5.7 Toleranz:
Berater:innen begegnen unterschiedlichen Meinungen, Lebensentwürfen und kulturellen Hintergründen mit Offenheit und Wertschätzung. Sie setzen sich aktiv für ein diskriminierungsfreies Umfeld ein.
5.8 Demut (Humilitas):
Sie erkennen an, dass jeder Mensch individuelle Ressourcen und Grenzen hat, und begegnen Klient:innen auf Augenhöhe. Demut schützt vor Allmachtsphantasien und fördert authentische, respektvolle Beziehungen.
5.9 Selbstfürsorge (Self-Care):
Sie achten auf ihre eigene physische und psychische Gesundheit, reflektieren Belastungsgrenzen und nehmen bei Bedarf Unterstützung in Anspruch. Nur durch gute Selbstfürsorge können sie langfristig verantwortungsvoll und empathisch beraten.
SELBSTBESTIMMUNGSRECHT DER KLIENT:INNEN
6.1 Förderung und Wahrung der Menschenwürde, Selbstachtung und Eigenverantwortung.
6.2 Transparente Aufklärung über Interventionen und deren Konsequenzen; Einholung informierter Einwilligung (Informed Consent).
6.3 Anerkennung des Rechts, Vertrauen und Beziehungsgestaltung selbst zu bestimmen und Beratungsbeziehungen jederzeit zu terminieren.
6.4 Beachtung von Grenzen der Autonomie bei eingeschränkter Entscheidungsfähigkeit oder Gefährdungslagen.
6.5 Vorrangiges Handeln im Interesse der Klient:innen, auch bei indirekten Klient:innen (z.B. Stakeholder, Auftraggeber).
PROFESSIONELLE BEZIEHUNGSQUALITÄT
7.1 Entwicklung eines besonderen Vertrauensverhältnisses, geprägt von Authentizität, Ehrlichkeit, Freiwilligkeit und Respekt.
7.2 Reflexion und Pflege der Beziehungsqualität in allen Phasen der Beratung (Prozessreflexion).
7.3 Konstruktiver Umgang mit Interessenkonflikten (Conflict of Interest), auch bei mehreren Beteiligten.
7.4 Keine Ausnutzung des Machtgefälles oder der Beziehung zu persönlichen, intimen oder ideologischen Zwecken.
7.5 Beendigung der Beratung bei Vertrauensverlust oder fehlender Zielerreichung, ggf. Weitervermittlung (Referral).
7.6 Sorgfältige Übergabe und Regelung bei Beendigung der Tätigkeit, um Schaden von Klient:innen abzuwenden.
GESTALTUNG BERUFLICHER BEZIEHUNGEN
8.1 Begegnung mit Fairness, Respekt und Verständnis; Schutz der Menschenrechte aller Beteiligten.
8.2 Sensibilität für Diversität hinsichtlich Geschlecht, Alter, Sprache, Herkunft, Identität, Behinderung oder chronische Erkrankung.
8.3 Förderung guter, stabiler und professioneller Beziehungen als Qualitätsmerkmal (Relationship Management).
8.4 Keine privaten oder ökonomischen Beziehungen zu Klient:innen während der Beratungsbeziehung.
8.5 Offenheit und Respekt gegenüber Wissen, Einsicht, Erfahrung und Fachkenntnissen anderer Personen.
9 SORGFALTSPFLICHT & PROFESSIONELLE VERANTWORTUNG
9.1 Psychologische Berater:innen handeln mit der gebotenen Sorgfalt und Professionalität, um die bestmögliche Unterstützung für ihre Klient:innen zu gewährleisten.
9.2 Sie nehmen ihre Verantwortung ernst und sind verpflichtet, im besten Interesse ihrer Klient:innen zu handeln, indem sie angemessene Beratungsmethoden und -techniken (Interventionen) anwenden.
9.3 Sie achten in Beziehungen mit mehreren Klient:innen auf ethische Konflikte und die Rechte aller Beteiligten.
MISSBRAUCH, EMOTIONALE UND GRENZÜBERSCHREITENDE VERHALTEN
10.1 Bewusstsein für die Gefahren emotionalen Missbrauchs und Verpflichtung, keine schädlichen oder unangemessenen Beziehungen zu fördern.
10.2 Klare Grenzziehung (Boundary Setting) und Intervention bei Verdacht auf Fehlverhalten.
10.3 Bei Verdacht auf Missbrauch ist umgehend Unterstützung von Dritten (z.B. Ombudsstelle, Ethikkommission) in Anspruch zu nehmen.
UMGANG MIT ETHISCHEN DILEMMATA
11.1 Bewusstsein für mögliche Wertekonflikte und ethische Dilemmata.
11.2 Abwägung von Klientenwohl, gesellschaftlicher Verantwortung und beruflicher Integrität.
11.3 Konsultation von Kolleg:innen, Supervision oder Ethik-Komitee bei Unsicherheit.
12 ETHISCHE WEITERBILDUNG
12.1 Verpflichtung zu kontinuierlicher Fort- und Weiterbildung in Ethik, Recht und Wissenschaft.
12.2 Integration aktueller Erkenntnisse und Best Practices in die Beratungspraxis.
PERSÖNLICHE ETHIK UND SELBSTREFLEXION
13.1 Regelmäßige Reflexion der eigenen Haltung und deren Einfluss auf die Beratung (Selbstmonitoring).
13.2 Streben nach Kongruenz zwischen persönlichen Werten und professionellen Standards.
13.3 Nutzung von Supervision, Intervision und kollegialem Austausch.
BERATUNGSBEZIEHUNG & WERTEARBEIT
14.1 Offenheit für die Werte der Klient:innen, auch bei Abweichungen von eigenen Überzeugungen.
14.2 Förderung eines diskriminierungsfreien, wertschätzenden Beratungsraums (Diversity & Inclusion).
INTERKULTURELLE ETHIK
15.1 Anerkennung und Respekt kultureller, religiöser und sozialer Diversität.
15.2 Fortbildung in interkultureller Kompetenz (Cultural Competence).
15.3 Sensibilität für Besonderheiten hinsichtlich Geschlecht, Alter, Sprache, Herkunft, Identität und Behinderung.
SCHLUSSBESTIMMUNGEN
16.1 Die Mitglieder des VpsyB e.V. verpflichten sich zur Einhaltung und aktiven Weiterentwicklung dieses Kodex. Bei Unsicherheiten ist die Konsultation des Verbands, einer Ombudsstelle oder Ethikkommission ausdrücklich empfohlen.
Code of Conduct für den Verband psychologischer Berater außerhalb der Heilkunde VpsyB e.V.
Geltungsbereich:
Dieser Code of Conduct gilt für alle Mitglieder des Verbands psychologischer Berater außerhalb der Heilkunde VpsyB e.V. und regelt das professionelle Verhalten und die ethische Verantwortung der Mitglieder.
Grundsätze:
- Respekt und Würde: Mitglieder des Verbands behandeln alle Personen, unabhängig von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder Behinderung, mit Respekt und Würde.
- Vertraulichkeit: Mitglieder wahren die Vertraulichkeit aller Informationen, die ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit bekannt werden, und respektieren die Privatsphäre ihrer Klientinnen und Klienten.
- Integrität: Mitglieder handeln integer und ehrlich und vermeiden Interessenkonflikte, die ihre Unabhängigkeit und Neutralität beeinträchtigen könnten.
- Kompetenz: Mitglieder üben ihre Tätigkeit auf der Grundlage eines angemessenen Ausbildungsstandes und kontinuierlicher Weiterbildung aus und stellen sicher, dass sie über die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, um ihre Klientinnen und Klienten angemessen zu unterstützen.
- Grenzen der eigenen Kompetenz: Mitglieder erkennen ihre eigenen Grenzen und Kompetenzen und arbeiten nur in den Bereichen, in denen sie ausreichend qualifiziert sind. Bei Bedarf verweisen sie Klientinnen und Klienten an andere Fachkräfte.
- Transparenz: Mitglieder informieren ihre Klientinnen und Klienten über ihre Qualifikationen, ihre Arbeitsweise und die Kosten der Beratung.
- Verantwortung gegenüber Klientinnen und Klienten: Mitglieder haben die Verantwortung, das Wohl und die Sicherheit ihrer Klientinnen und Klienten zu gewährleisten und handeln stets im besten Interesse der Klientinnen und Klienten.
- Umgang mit Verstößen: Bei Verstößen gegen diesen Code of Conduct können Beschwerden eingereicht werden. Der Verband prüft diese Beschwerden fair und transparent und ergreift angemessene Maßnahmen, um Verstöße zu ahnden und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen.
Umgang mit diskriminierendem Verhalten:
- Diskriminierungsfreiheit: Mitglieder des Verbands verpflichten sich, diskriminierendes Verhalten in jeglicher Form zu vermeiden und allen Personen unabhängig von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung oder Behinderung gleichberechtigt zu begegnen.
- Sensibilität und Empathie: Mitglieder zeigen Sensibilität und Empathie gegenüber den individuellen Bedürfnissen und Erfahrungen ihrer Klientinnen und Klienten und vermeiden jegliche Form von Vorurteilen oder Stereotypen.
- Bewusstsein für eigene Vorurteile: Mitglieder reflektieren regelmäßig ihre eigenen Vorurteile und arbeiten daran, diese zu erkennen und zu überwinden, um eine diskriminierungsfreie Beratung zu gewährleisten.
- Beschwerdemanagement: Bei Beschwerden über diskriminierendes Verhalten werden diese vom Verband fair und transparent geprüft und angemessene Maßnahmen ergriffen, um Verstöße zu ahnden und gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen.
Schlussbestimmungen:
Dieser Code of Conduct dient als Leitfaden für die Mitglieder des Verbands psychologischer Berater außerhalb der Heilkunde VpsyB e.V. und soll dazu beitragen, ein professionelles und ethisches Verhalten zu fördern. Die Mitglieder verpflichten sich, diesen Code of Conduct einzuhalten und bei Fragen oder Unsicherheiten die Unterstützung des Verbands in Anspruch zu nehmen.
Qualitätskodex für den Berufsverband psychologischer Berater außerhalb der Heilkunde VpsyB e.V.
Geltungsbereich:
Dieser Qualitätskodex gilt für alle Mitglieder des Berufsverbandes psychologischer Berater außerhalb der Heilkunde VpsyB e.V. Er regelt die Qualitätsstandards und ethischen Grundsätze, die von den Mitgliedern erwartet werden.
Professionalität:
Die Mitglieder des VpsyB e.V. üben ihre Tätigkeiten als psychologische Berater stets mit höchster Professionalität aus. Sie verfügen nicht nur über eine fundierte Ausbildung in psychologischen Beratungsverfahren, sondern auch über Kenntnisse, die über die verwendeten Methoden hinausgehen. Durch regelmäßige Fort- und Weiterbildungen halten sie sich kontinuierlich auf dem neuesten Stand der Entwicklungen in der psychologischen Beratung, um ihren Klienten die bestmögliche Unterstützung bieten zu können. Dies schließt die Auseinandersetzung mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktikablen Ansätzen ein, die außerhalb der Heilkunde liegen.
Verantwortung:
Als Mitglieder des VpsyB e.V. tragen psychologische Berater eine große Verantwortung für ihr Handeln und ihre Entscheidungen. Sie verpflichten sich dazu, im besten Interesse ihrer Klienten und der Gesellschaft zu handeln. Dies bedeutet, dass sie ethische Grundsätze und Verhaltensnormen einhalten, die die Würde, Autonomie und Integrität der Klienten respektieren. Die Berater sind sich ihrer Vorbildfunktion bewusst und streben danach, ein vertrauensvolles Verhältnis zu ihren Klienten aufzubauen.
Implementierung von Qualitätsmanagementsystemen:
Die Mitglieder des VpsyB e.V. setzen effektive Qualitätsmanagementsysteme ein, die sicherstellen, dass sie ihre Dienstleistungen kontinuierlich verbessern können. Diese Systeme helfen, Standards für die psychologische Beratung zu definieren, Evaluationsinstrumente zu implementieren und Feedback auf strukturierte Weise zu sammeln. Die Implementierung ist insbesondere relevant für die Praxis der psychologischen Beratung außerhalb der Heilkunde, da sie der Qualitätssicherung und dem Vertrauen der Klienten dient.
Risikomanagement und Fehlerkultur:
In ihrer Funktion als psychologische Berater sind die Mitglieder verpflichtet, proaktive Risikomanagementstrategien zu entwickeln, die potenzielle Risiken für Klienten und die therapeutische Beziehung identifizieren und bewerten. Die Förderung einer offenen Fehlerkultur ist entscheidend; Mitglieder werden ermutigt, aus Fehlern zu lernen und diese Erkenntnisse zu teilen, um die Praxis zu verbessern und unnötige Risiken zu vermeiden.
Prozessoptimierung:
Die Mitglieder führen regelmäßige Analysen ihrer Beratungsprozesse durch, um Optimierungspotenziale zu identifizieren. Diese Beschleunigung und Verbesserung der Abläufe gewährleistet, dass Klienten eine konsistente und hochwertige Beratung erhalten. Process-Mapping-Techniken können verwendet werden, um die Interaktionen und Abläufe der psychologischen Beratung zu visualisieren und zu verbessern.
Qualitätssicherung:
Die Mitglieder setzen klare Maßstäbe zur Prüfung ihrer Dienstleistungen und stellen sicher, dass diese regelmäßig evaluiert werden. Durch interne und externe Audits sowie durch die Rückmeldung der Klienten wird die Qualität der Beratung kontinuierlich überwacht.
Sorgfaltspflicht und Verantwortung:
Die Mitglieder haben eine besondere Sorgfaltspflicht gegenüber ihren Klienten. Dies beinhaltet die verantwortungsvolle Handhabung persönlicher Informationen sowie die Gewährleistung von Transparenz in der Zusammenarbeit. Datenschutzrichtlinien sind zentral und müssen strengen Normen entsprechen, um die Vertraulichkeit der Klienten zu schützen.
Regelmäßige Supervision und Selbstreflexion:
Die Mitglieder verpflichten sich zur regelmäßigen Supervision ihrer Tätigkeiten. Dies bietet einen Raum für Reflexion, in dem sie ihre Erfahrungen und Herausforderungen besprechen können. Die Selbstreflexion ist ein wichtiger Bestandteil des professionellen Wachstums, da sie es den Beratern ermöglicht, ihr Vorgehen zu hinterfragen und gegebenenfalls anzupassen.
Messung der Klientenzufriedenheit:
Eine kontinuierliche Rückmeldung von Klienten ist unerlässlich. Die Mitglieder implementieren Feedbacksysteme, durch die die Zufriedenheit der Klienten gemessen werden kann. Diese Informationen sind entscheidend für die Weiterentwicklung der Beratungsansätze und sind besonders wichtig für die Anpassung von Methoden in psychologischen Beratungssettings außerhalb der Heilkunde.
Schutz vor Übertragung:
In der psychologischen Beratung ist der Schutz vor Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen von großer Bedeutung. Die Mitglieder achten darauf, die Grenzen der therapeutischen Beziehung zu wahren, um eine professionelle und effektive Beratungsbeziehung aufrechtzuerhalten. Dies erfordert Kenntnisse über psychodynamische Prozesse und die Fähigkeit, diese adäquat zu steuern.
Vertraulichkeit:
Die Wahrung der Vertraulichkeit ist für die Mitglieder des VpsyB e.V. von höchster Priorität. Alle Informationen, die Klienten während der Beratung bereitstellen, werden vertraulich behandelt. Dies bedeutet, dass vertrauliche Informationen nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Klienten weitergegeben werden, es sei denn, es bestehen rechtliche Verpflichtungen, die einen solchen Austausch verlangen. Die Mitglieder müssen sich darüber im Klaren sein, wie wichtig das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit für Klienten ist.
Integrität:
Die Mitglieder handeln integer und ehrlich. Dies bedeutet, dass sie Interessenkonflikte vermeiden und ihre persönlichen Interessen hinter die Bedürfnisse der Klienten zurückstellen. Integrität ist ein entscheidendes Element, um das Vertrauen der Klienten in die Beratungsbeziehung zu gewährleisten.
Beschwerdemanagement:
Der psychologische Beratende sorgt dafür, dass Beschwerden von Klienten oder anderen Beteiligten angemessen und transparent behandelt werden. Ein offenes Beschwerdemanagement-System ermöglicht es, Unzufriedenheiten frühzeitig zu erkennen und konstruktive Lösungen zu finden. Diese Offenheit fördert ein positives Klima der Kommunikation und ermöglicht es den Mitgliedern, ihre Praxis kontinuierlich zu verbessern.
Einhaltung der Gesetze und Vorschriften:
Die Mitglieder sind verpflichtet, sich an alle geltenden Gesetze und Vorschriften in ihrer beruflichen Praxis zu halten. Sie sind sich über relevante rechtliche Bestimmungen im Klaren und handeln stets in Übereinstimmung mit diesen. Dazu gehört auch die laufende Schulung in rechtlichen Angelegenheiten, die die psychologische Beratung betreffen.
Dieser Qualitätskodex dient dazu, die Qualität der Arbeit der Mitglieder des VpsyB e.V. zu sichern und das Vertrauen der Klienten in professionelle Beratungsleistungen außerhalb der Heilkunde zu stärken. Die Mitglieder werden ermutigt, sich aktiv an der Umsetzung dieser Grundsätze zu beteiligen und bei Fragen oder Bedenken den Vorstand des VpsyB e.V. zu kontaktieren.
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