Code of Ethics - Quality Code and Code of Conduct

Unsere Kodizes

 

  • Der Ethik Kodex 
  • Der Qualitäts Kodex
  • Der Code of conduct
VpsyB e.V. Verband Psychologischer Berater Association for non medical counselors

Drei Kodizes – ein gemeinsames Fundament

Eine professionelle psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde lebt nicht nur von methodischer Kompetenz und fachlichem Wissen.

Sie lebt von einem klar formulierten, von allen Mitgliedern getragenen Verständnis darüber, was gute Beratung ausmacht – ethisch, qualitativ und im konkreten beruflichen Verhalten.

Der VpsyB e.V. hat dieses Verständnis in drei aufeinander abgestimmten Kodizes verbindlich niedergelegt:

Ethik-Kodex.

Er legt die ethischen Grundsätze fest, an die sich alle Mitglieder des VpsyB e.V. halten. Er dient als Leitfaden für das berufliche Handeln und stellt sicher, dass die Beratung stets im besten Interesse der Klientinnen und Klienten erfolgt.

Qualitäts-Kodex.

Er definiert die fachlichen Anforderungen an die Beratungsleistungen unserer Mitglieder. Er stellt sicher, dass der Verband für hohe und überprüfbare Standards steht.

Code of Conduct.

Er regelt das konkrete berufliche Verhalten unserer Mitglieder – gegenüber Klientinnen und Klienten, Kolleginnen und Kollegen, anderen Berufsgruppen und der Öffentlichkeit. Er übersetzt die ethischen und qualitativen Standards in beobachtbares Handeln.

Diese Richtlinien bieten psychologischen Beraterinnen und Beratern, die in Deutschland außerhalb der Heilkunde tätig sind, fachliche und ethische Leitlinien für ihre Berufsausübung.

Sie sind verbindlich für alle Mitglieder des VpsyB e.V. – und sie sind zugleich ein Angebot an die Berufsöffentlichkeit, an Wissenschaft, Politik und Versorgung: ein konkretes Beispiel dafür, wie professionelle Selbstregulierung in einem nicht staatlich regulierten Berufsfeld aussehen kann.

Warum ist eine verbandliche Selbstregulierung notwendig

Anders als die heilkundliche Psychotherapie ist die psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde in Deutschland nicht durch ein eigenes Bundesgesetz reguliert.

Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar – insbesondere durch § 1 Heilpraktikergesetz, § 1 Psychotherapeutengesetz und die einschlägige Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts –, aber ein staatliches Berufsregister oder eine staatlich verordnete Qualitätssicherung gibt es nicht.

Diese Offenheit hat ihre fachliche Begründung in der pluralistischen Beratungslandschaft, die sie ermöglicht.

Sie verlangt aber zugleich eine professionelle Selbstregulierung der Berufsgruppe selbst.

Genau diese Selbstregulierung leisten die drei Kodizes des VpsyB e.V. Sie sind kein Ersatz für staatliche Anerkennung – aber sie sind eine fachlich, ethisch und berufspolitisch verantwortliche Antwort auf die Frage, wie ein nicht regulierter Beruf zugleich qualitätsgesichert und vertrauenswürdig sein kann.

Code of Ethics for the Professional Association of Psychological Counselors VpsyB e.V.

Der Ethik-Kodex des VpsyB e.V. dient als Leitfaden für die Mitglieder unseres Berufsverbandes und soll dazu beitragen, die ethische Sensibilität und Kompetenz in der psychologischen Beratung zu fördern.

Die Mitglieder verpflichten sich, diesen Kodex einzuhalten und bei Fragen oder Unsicherheiten die Unterstützung des Verbandes – etwa über das Ethik- und Ehrenkomitee – in Anspruch zu nehmen.

Geltungsbereich

Der Ethik-Kodex gilt für alle Mitglieder des VpsyB e.V. und für alle Tätigkeiten, die im Rahmen psychologischer Beratung außerhalb der Heilkunde ausgeübt werden – unabhängig von Setting, Methode oder Tätigkeitsfeld.

Ethische Grundsätze

Die ethische Praxis psychologischer Beraterinnen und Berater im VpsyB e.V. ruht auf sechs zentralen Grundsätzen:

1. Würde und Autonomie der ratsuchenden Person

Mitglieder des VpsyB e.V. respektieren in ihrer beruflichen Tätigkeit die Würde, die Selbstbestimmung und die Integrität jeder ratsuchenden Person. Sie handeln in dem Bewusstsein, dass Beratung ein Beziehungsgeschehen zwischen gleichwürdigen Personen ist – auch wenn die Beratungssituation strukturell asymmetrisch ist. Lösungen werden nicht von außen aufgesetzt, sondern gemeinsam mit der ratsuchenden Person entwickelt.

2. Wohl der Klientin und des Klienten als oberste Maxime

Mitglieder verpflichten sich, im besten Interesse ihrer Klientinnen und Klienten zu handeln. Das umfasst die Verpflichtung, fachliche Grenzen zu erkennen und zu respektieren – insbesondere die Grenze zur Heilkunde. Wenn eine ratsuchende Person heilkundliche Behandlung benötigt, gehört eine verantwortungsvolle Weiterleitung zur professionellen Praxis.

3. Vertraulichkeit und Schweigepflicht

Alle Informationen, die im Rahmen der Beratungstätigkeit anvertraut werden, unterliegen der Vertraulichkeit. Die Schweigepflicht ist ein Kernbestandteil professioneller Beratung – sie schützt die Klientinnen und Klienten und schafft die Voraussetzung für Offenheit im Beratungsprozess. Die Schweigepflicht ist zugleich rechtlich abgestützt durch § 203 StGB.

4. Diskriminierungsfreiheit

Mitglieder behandeln alle Personen mit Respekt und Würde – unabhängig von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, weltanschaulicher Überzeugung oder Behinderung. Sie reflektieren eigene Vorurteile und Stereotype und tragen Sorge dafür, dass Beratung diskriminierungsfrei stattfindet.

5. Wahrung professioneller Grenzen

Mitglieder gestalten die Beratungsbeziehung professionell und reflektiert. Sie wahren angemessene Grenzen, vermeiden duale Beziehungen, die die Unabhängigkeit der Beratung gefährden könnten, und reflektieren systematisch Phänomene wie Übertragung und Gegenübertragung – im Bewusstsein, dass Grenzverletzungen oft schleichend entstehen können (im Sinne der slippery slope nach Gabbard).

6. Klientensicherheit

Der Schutz der Klientinnen und Klienten vor jeder Form von Schaden – emotional, sozial, finanziell – ist verbindlicher Bestandteil ethischer Beratung. Das umfasst auch den Schutz vor Machtmissbrauch und sexualisierten Grenzverletzungen, wie sie in der Fachliteratur (Becker-Fischer/Fischer/Eichenberg, Gabbard, Hirsch) systematisch beschrieben sind.

Selbstreflexion und Supervision

Ethisches Handeln in der Beratung ist nicht nur eine Frage der Regeln, sondern der kontinuierlichen Selbstreflexion. Mitglieder des VpsyB e.V. verpflichten sich:

  • zur regelmäßigen Reflexion eigener beraterischer Praxis – methodisch und beziehungsbezogen;
  • zur regelmäßigen Inanspruchnahme von Supervision oder Intervision, in der eigene Fälle, Beziehungsmuster und Gegenübertragungsreaktionen systematisch bearbeitet werden können;
  • zur kontinuierlichen Fortbildung – im Bewusstsein, dass die Beratungswissenschaft sich weiterentwickelt und ethische Sensibilität ein lernendes Vermögen ist.

Ethisches Selbstverständnis

Mitglieder verstehen ethisches Handeln nicht als Erfüllung von Vorschriften, sondern als integralen Bestandteil ihrer Berufsidentität. Ethik ist kein Hindernis für gute Beratung – sie ist ihre Voraussetzung. Bei ethischen Konflikten oder Unsicherheiten wenden sich Mitglieder an das Ethik- und Ehrenkomitee des Verbandes, das ihnen vertraulich beratend zur Seite steht.

2. Der Qualitäts-Kodex

Fachliche Qualitätsstandards für die Beratungstätigkeit

Der Qualitäts-Kodex gilt für alle Mitglieder des VpsyB e.V. – Association for Non-Medical Counselors.
Er regelt die Qualitätsstandards, die im Rahmen der Berufsausübung erwartet werden, und verbindet die ethischen Grundsätze des Ethik-Kodex mit konkret überprüfbaren fachlichen Anforderungen.

Professionelle Tätigkeitsausübung

Die Mitglieder des VpsyB e.V. üben ihre Tätigkeit als psychologische Beraterinnen und Berater stets mit höchster Professionalität aus. Dies setzt voraus:

Eine fundierte Ausbildung.

in psychologischen Beratungsverfahren – idealerweise an einem Ausbildungsinstitut, dessen Lehrgang nach dem ProCounsel Applied Education System des VpsyB e.V. zertifiziert ist.

Methodische Kompetenz.

in mindestens zwei oder drei beratungswissenschaftlich anerkannten Methoden – etwa klientenzentrierte Beratung, systemische Methoden, lösungsfokussierte Ansätze, kognitiv-behaviorale Techniken oder psychodynamisch fundierte Ansätze.

Fachliches Wissen über die Methode hinaus.

Mitglieder verfügen über Kenntnisse, die über die unmittelbar verwendeten Methoden hinausgehen – einschließlich Grundlagen der Entwicklungs-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie sowie der einschlägigen rechtlichen Rahmenbedingungen.

Verantwortung im Handeln

Als Mitglieder des VpsyB e.V. tragen psychologische Beraterinnen und Berater eine erhebliche Verantwortung für ihr Handeln und ihre Entscheidungen. Sie verpflichten sich, im besten Interesse ihrer Klientinnen und Klienten und der Gesellschaft zu handeln. Das bedeutet konkret:

  • Sie respektieren die Würde, Autonomie und Integrität ihrer Klientinnen und Klienten.
  • Sie reflektieren ihre Vorbildfunktion in der Beratungsbeziehung und nutzen sie nicht zum eigenen Vorteil.
  • Sie bauen ein vertrauensvolles, professionelles Verhältnis zu ihren Klientinnen und Klienten auf – mit klar gewahrten Rollen und Grenzen.
  • Sie kooperieren mit anderen Professionen (etwa heilkundlich tätigen Personen) im Sinne einer integrierten Versorgung – ohne die eigenen Tätigkeitsgrenzen zu überschreiten.

Qualitätsmanagement

Die Mitglieder des VpsyB e.V. setzen effektive Qualitätsmanagementsysteme ein, die sicherstellen, dass sie ihre Dienstleistungen kontinuierlich verbessern. Diese Systeme dienen mehreren Zwecken:

  • Standards definieren. Mitglieder arbeiten nach klar definierten methodischen und ethischen Standards, die für ihre Tätigkeit transparent und nachvollziehbar sind.
  • Evaluation implementieren. Wo möglich und sinnvoll, kommen Evaluationsinstrumente zum Einsatz – Klientenfeedback, Selbstevaluation, kollegiale Supervision.
  • Feedback strukturiert nutzen. Rückmeldungen aus Beratungsprozessen werden systematisch in die Weiterentwicklung der eigenen Praxis einbezogen.
  • Kontinuierliche Verbesserung. Qualität wird nicht als Zustand, sondern als Prozess verstanden – als kontinuierliche Verbesserung der eigenen beraterischen Tätigkeit.

Die Implementierung solcher Qualitätsmanagementsysteme ist insbesondere für die Praxis der psychologischen Beratung außerhalb der Heilkunde relevant: Sie dient der Qualitätssicherung und dem Vertrauen der Klientinnen und Klienten – und sie macht die Beratungsqualität in einem nicht staatlich regulierten Berufsfeld überprüfbar.

Fortbildung und Weiterbildung

Mitglieder des VpsyB e.V. verpflichten sich zur kontinuierlichen Fortbildung. Konkret bedeutet das:

  • regelmäßige Teilnahme an Fortbildungen, fachspezifischen Weiterbildungen, Symposien und Tagungen;
  • Auseinandersetzung mit aktueller Beratungs- und Wirkfaktorenforschung;
  • Aktualisierung methodischer und fachlicher Kompetenzen entsprechend der Entwicklung des Faches;
  • Auseinandersetzung mit ethischen Fragen und Klientensicherheit als Teil der professionellen Selbstvergewisserung.

Zertifizierung als sichtbarer Qualitätsnachweis

Mitgliedern wird empfohlen, ihre Qualifikation durch das verbandseigene Zertifizierungsverfahren ProCounsel Cert sichtbar zu machen – als Beleg dafür, dass sie ihre Beratungstätigkeit nach den Standards des Verbandes ausüben.

Das ProCounsel Cert übersetzt die Anforderungen des Qualitäts-Kodex in einen strukturierten, transparenten Qualifikationsnachweis.

3. Der Code of Conduct

Konkrete Verhaltensgrundsätze für die berufliche Praxis

Der Code of Conduct gilt für alle Mitglieder des Verbandes psychologischer Berater außerhalb der Heilkunde – VpsyB e.V. Er regelt das professionelle Verhalten und die ethische Verantwortung der Mitglieder im konkreten beruflichen Alltag und übersetzt die Grundsätze des Ethik-Kodex und des Qualitäts-Kodex in beobachtbares Handeln.

Der Code of Conduct dient als Leitfaden für die Mitglieder und soll ein professionelles und ethisches Verhalten fördern. Die Mitglieder verpflichten sich, diesen Code of Conduct einzuhalten und bei Fragen oder Unsicherheiten die Unterstützung des Verbandes in Anspruch zu nehmen.

Verbindliche Verhaltensgrundsätze

Respekt und Würde

Mitglieder des Verbandes behandeln alle Personen, unabhängig von Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Religion, sexueller Orientierung, weltanschaulicher Überzeugung oder Behinderung, mit Respekt und Würde. Diskriminierendes oder herabsetzendes Verhalten ist mit der Mitgliedschaft im VpsyB e.V. nicht vereinbar.

Vertraulichkeit

Mitglieder wahren die Vertraulichkeit aller Informationen, die ihnen im Rahmen ihrer Tätigkeit bekannt werden, und respektieren die Privatsphäre ihrer Klientinnen und Klienten. Die vertragliche Vereinbarung der Schweigepflicht mit Klientinnen und Klienten gehört zur professionellen Praxis. Datenschutzrechtliche Vorgaben (DSGVO, BDSG) werden konsequent eingehalten.

Aufklärung und Transparenz

Mitglieder informieren ihre Klientinnen und Klienten transparent über die angewandte Methode, die zeitliche und finanzielle Struktur der Beratung, die Tätigkeitsgrenzen (insbesondere die Abgrenzung zur Heilkunde) und über ihre Qualifikation. Sie schaffen damit die Grundlage für eine informierte Entscheidung der ratsuchenden Person.

Auftragsklärung und Zielarbeit

Mitglieder klären zu Beginn jeder Beratung den Auftrag und die Ziele der ratsuchenden Person. Sie überprüfen diese Klärung im Verlauf der Beratung und passen sie bei Bedarf an. Beratung folgt der Logik der ratsuchenden Person – nicht dem Vorrang der Beraterin oder des Beraters.

Wahrung professioneller Rollen

Mitglieder wahren in der Beratungsbeziehung professionelle Rollen. Sie vermeiden duale Beziehungen (etwa Beratung von engen Bekannten oder Verwandten), die die Unabhängigkeit der Beratung gefährden könnten. Wo solche Konstellationen unvermeidlich sind, werden sie offen thematisiert und gegebenenfalls weitergeleitet.

Schutz vor Grenzverletzungen

Sexualisierte Kontakte zu Klientinnen und Klienten sind ausnahmslos ausgeschlossen. Mitglieder reflektieren systematisch eigene Gegenübertragungsreaktionen, vermeiden unangemessene Selbstoffenbarungen und sind sich der schleichenden Dynamik möglicher Grenzverletzungen bewusst. § 174c StGB (sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses) ist verbindlicher rechtlicher Rahmen.

Verantwortungsvolle Weiterleitung

Wenn im Verlauf einer Beratung deutlich wird, dass die Anliegen der ratsuchenden Person heilkundliche Behandlung erfordern (etwa bei manifester psychischer Erkrankung, Suizidalität oder akuten psychischen Krisen), leiten Mitglieder verantwortungsvoll an heilkundlich tätige Personen weiter – Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, ärztliche Psychotherapie, Heilpraktikerinnen und Heilpraktiker für Psychotherapie oder ärztliche Akutversorgung.

Kollegialität und Berufsstand

Mitglieder pflegen einen respektvollen, kollegialen Umgang miteinander und mit Angehörigen anderer Professionen im psychosozialen Feld. Sie tragen durch ihr Auftreten zur Reputation des Berufsstandes bei und unterlassen Verhalten, das dem Ansehen der psychologischen Beratung außerhalb der Heilkunde schaden würde.

Werbung und Außendarstellung

Mitglieder gestalten ihre Werbung und Außendarstellung sachlich, transparent und wahrheitsgemäß. Heilversprechen sind ausgeschlossen; die Tätigkeit wird klar als Beratung außerhalb der Heilkunde kommuniziert. Qualifikationen und Zertifizierungen werden korrekt und nicht irreführend dargestellt.

Fortbildung und Selbstreflexion

Mitglieder bilden sich kontinuierlich fort, nehmen regelmäßig Supervision oder Intervision in Anspruch und reflektieren ihre Praxis systematisch. Diese kontinuierliche Selbstvergewisserung ist Voraussetzung dafür, qualitativ hochwertige Beratung über die Jahre hinweg leisten zu können.

Beschwerdewege und Ethik-Komitee

Bei Verstößen gegen den Code of Conduct, den Ethik-Kodex oder den Qualitäts-Kodex steht das Ethik- und Ehrenkomitee des VpsyB e.V. als Beschwerdestelle zur Verfügung.

Es nimmt Beschwerden vertraulich entgegen, prüft sie sorgfältig und kann disziplinarische Maßnahmen empfehlen – bis hin zum Ausschluss aus dem Verband.

Die Verfahrensordnung sichert ein faires, transparentes und nachvollziehbares Verfahren für alle Beteiligten.

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Verbindlichkeit und Verantwortung

Die drei Kodizes sind keine Empfehlungen, sondern verbindliche Standards. Mit dem Beitritt zum VpsyB e.V. erkennen die Mitglieder sie an und verpflichten sich zu ihrer Einhaltung. Verstöße können berufsständische Konsequenzen nach sich ziehen.

Zugleich verstehen wir die Kodizes nicht als statische Regelwerke, sondern als lebendige Standards, die sich gemeinsam mit der Beratungswissenschaft und den gesellschaftlichen Anforderungen weiterentwickeln.

Sie werden vom Ethik- und Ehrenkomitee in Abstimmung mit dem Vorstand regelmäßig überprüft und – wo nötig – aktualisiert. Mitglieder werden in diesen Prozess einbezogen; ihre Erfahrungen aus der Praxis fließen in die Weiterentwicklung ein.

Mit der Einhaltung dieser drei Kodizes leisten unsere Mitglieder einen konkreten Beitrag zu einem zentralen berufspolitischen Ziel des Verbandes: die psychologische Beratung außerhalb der Heilkunde als eigenständige, qualitätsgesicherte und gesellschaftlich vertrauenswürdige Profession zu etablieren – in Deutschland und im europäischen Raum.

Wer als Mitglied des VpsyB e.V. arbeitet, übernimmt nicht nur Verantwortung für die eigene Beratungspraxis. Er oder sie wird Teil einer Berufsgruppe, die für überprüfbare Qualität, klare ethische Maßstäbe und ein verlässliches Verhalten gegenüber Ratsuchenden steht.

Rechtliche und fachliche Bezugspunkte

Heilpraktikergesetz (HeilprG), insbesondere § 1 Abs. 2.

Psychotherapeutengesetz (PsychThG), insbesondere § 1 Abs. 2 (Fassung 2020): Klarstellung, dass Tätigkeiten außerhalb der Heilkunde nicht zur Ausübung der Psychotherapie gehören.

Bundesverfassungsgericht, Beschluss vom 2. März 2004 – 1 BvR 784/03 –: verfassungskonforme einschränkende Auslegung des Heilkundebegriffs.

Strafgesetzbuch (StGB), insbesondere § 174c (sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- oder Betreuungsverhältnisses) und § 203 (Verletzung von Privatgeheimnissen).

Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und Bundesdatenschutzgesetz (BDSG).

Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP): Berufspolitische Leitsätze und Berufsethische Richtlinien.

Engel, F.; Nestmann, F.; Sickendiek, U. (Hrsg.) (2004): Das Handbuch der Beratung. Tübingen: dgvt-Verlag.

Gabbard, G. O. (2016): Boundaries and Boundary Violations in Psychoanalysis. 2. Auflage. Arlington: American Psychiatric Association Publishing.

Becker-Fischer, M.; Fischer, G.; Eichenberg, C. (2018): Sexuelle Übergriffe in Psychotherapie und Psychiatrie. Orientierungshilfen für Therapeut und Klientin. 5. Auflage. Kröning: Asanger Verlag.

Hirsch, M. (2012): Goldmine und Minenfeld – Liebe und sexueller Machtmissbrauch in der analytischen Psychotherapie und anderen Abhängigkeitsbeziehungen. Gießen: Psychosozial-Verlag.

VpsyB e.V.: Berufsordnung, Ethik-Kodex, Qualitäts-Kodex, Code of Conduct, Kodex Klientensicherheit. Verfügbar unter vpsyb.org.

VpsyB e.V.: ProCounsel Cert und ProCounsel Applied Education System – verbandseigene Zertifizierungsverfahren.