Berufsbilder Mental Health Guide und Psychologischer EAP Berater

Neue Berufsbilder Lotse Mental Health Guide & Psychologischer EAP-Berater (VpsyB e.V.)

Psychologische Beratung in der Arbeitswelt  – zwei neue Berufsprofile für die Arbeitswelt 4.0

VpsyB e.V. Verband Psychologischer Berater Association for non medical counselors

Zwei neue Berufsprofile für die Arbeitswelt 4.0

Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist zu einem zentralen Erfolgsfaktor moderner Unternehmen geworden.

Digitalisierung, hybride Zusammenarbeit, steigende Komplexität – und Belastungen, die sich häufig mit privaten Themen wie Familie, Pflege oder Lebensübergängen verzahnen – verändern die Anforderungen an betriebliche Unterstützungssysteme grundlegend.

Der VpsyB e.V. erweitert daher das Tätigkeitsfeld für psychologische Beraterinnen und Berater in der Arbeitswelt und definiert – in Zusammenarbeit mit den Gesundheitsstrategen – zwei eigenständige, klar profilierte Berufsbilder:

Lotse Mental Health Guide.

Die erste Anlaufstelle für Mitarbeitende. Orientierungs-, Klärungs- und Navigationsfunktion im internen und externen Hilfesystem.

Psychologischer EAP-Berater.

Vertrauliche, strukturierte Kurzzeitberatung im Rahmen eines Employee Assistance Program – für berufliche und private Anliegen.

Beide Profile arbeiten primärpräventiv, beide ausdrücklich außerhalb der Heilkunde, beide qualitätsgesichert nach VpsyB-Standard.

Sie ergänzen einander – und eröffnen psychologischen Beraterinnen und Beratern ein wachsendes, professionell anspruchsvolles Tätigkeitsfeld.

Lotse Mental Health Guide (VpsyB e.V.)

Was ist ein Lotse Mental Health Guide?

Der Lotse Mental Health Guide ist eine primärpräventiv und gesundheitsförderlich agierende Fachperson, die als First Point of Contact im Kontext von Arbeitswelt und Lebenswelt niedrigschwellig unterstützt.

Er hilft Mitarbeitenden, psychosoziale Belastungsdynamiken frühzeitig zu identifizieren, phänomenologisch einzuordnen und bewältigungsorientiert zu bearbeiten.

Im Mittelpunkt stehen Stabilisierung, Ressourcenaktivierung, Kompetenz- und Resilienzstärkung sowie die bedarfsgerechte Navigation in geeignete Unterstützungsangebote.

Die Tätigkeit erfolgt außerhalb der Heilkunde – ohne Diagnostik, ohne Behandlung psychischer Störungen, ohne kurative Psychotherapie.

Einsatzbereiche des Lotsen

Als externer Dienstleister.

Mit qualifizierter Ausbildung in psychosozialer Beratung außerhalb der Heilkunde – Unternehmen buchen die Leistung extern ein.

Als interne Fachkraft.

Mit Zusatzqualifikation in psychologischer Beratung außerhalb der Heilkunde, eingebettet in BGM-, HR- oder Health-Strukturen des Unternehmens.

Aufgaben und Wirkfelder

Primärpräventive Orientierung.

Einordnung von Belastungen, Aktivierung von Selbsthilfepotenzialen, Ableitung nächster Schritte

Primärpräventive Orientierung.

Einordnung von Belastungen, Aktivierung von Selbsthilfepotenzialen, Ableitung nächster Schritte

Stärkung der Mental Health Literacy.

Förderung von Verstehen, Einordnungs- und Handlungskompetenz – auch im Sinne der Salutogenese

Schnittstellen- und Navigationsfunktion

(Case Navigation). Koordinieren, vermitteln, begleiten zu passenden Anschlussangeboten – betriebsintern, ärztlich, therapeutisch oder sozial.

Krisenintervention im Sinne der Erststabilisierung.

Psychologische Erste Hilfe, Sicherheitslogik, Weiterleitungsmanagement.

Optional: Paar- und Bezugspersonenberatung.

Als primärpräventive Kurzintervention zur Entlastung und Kommunikationsklärung – ohne Therapieauftrag.

Typische Anlässe (ohne Diagnostik)

  • psychosoziale Belastungslagen (Konflikte, Trennung, Trauer, Überforderung, Pflegebelastung, Lebensveränderungen)
  • Entscheidungs- und Transitionssituationen, Ambivalenzen
  • Stresssymptome wie Erschöpfung, Schlafprobleme, Grübelschleifen (ohne klinische Abklärung zu ersetzen)
  • arbeitsbezogene Belastungen (Arbeitsverdichtung, Konflikte, Mobbing-/Diskriminierungsdynamiken, Teamspannungen)
  • Orientierungsbedarf im Hilfesystem oder Bedarf an präventiver Begleitung
  • akute Krisensituationen mit Bedarf an Erststabilisierung

Klare Rolle, klare Grenzen

Der Lotse Mental Health Guide stellt keine Diagnosen, behandelt keine psychischen Störungen im medizinischen Sinne und führt keine heilkundliche Psychotherapie durch.

Orientierungs-Screenings dienen ausschließlich der Gesprächsstrukturierung und Risikoeinschätzung – nicht der Diagnostik.

Bei klar definierten Red-Flag-Konstellationen (z. B. Suizidalität, Psychosezeichen, schwere Abhängigkeit, Gewalt, Kindeswohlgefährdung) erfolgt die professionelle Weiterleitung an die zuständigen Versorgungsstrukturen.

Berufsbezeichnung und Zertifizierung

  • Empfohlene Berufsbezeichnung: Lotse Mental Health Guide (VpsyB e.V.)
  • Langform: Lotse für primärpräventive psychosoziale Orientierung und Versorgungsnavigation
  • Zertifikatstitel: Zertifizierter Lotse Mental Health Guide (VpsyB e.V.) – Primärpräventive psychosoziale Orientierung, Erststabilisierung und Case Navigation außerhalb der Heilkunde
  • DQR-Einstufung (Vorschlag): Niveau 5 (Fortbildungsqualifikation)

Psychologischer EAP-Berater (VpsyB e.V.)

Was ist ein Psychologischer EAP-Berater?

Ein Psychologischer EAP-Berater (Employee Assistance Counselor) ist eine primärpräventiv ausgerichtete, psychosozial supportiv und ressourcenorientiert tätige Fachperson im Setting eines Employee Assistance Program (EAP).

Er erbringt niedrigschwellige, vertrauliche, strukturierte Kurzzeitberatung für Mitarbeitende – und je nach EAP-Design auch für Bezugspersonen.

Im Mittelpunkt stehen akute Entlastung, Erststabilisierung, Orientierung, Psychoedukation, Ressourcenaktivierung sowie die Stärkung von Coping- und Resilienzkompetenzen bei beruflichen und privaten Belastungen.

Auch die EAP-Beratung erfolgt außerhalb der Heilkunde – ohne Diagnostik, ohne kurative Behandlung psychischer Störungen, ohne heilkundliche Psychotherapie.

Was leistet EAP für Unternehmen

Ein Employee Assistance Program ist ein arbeitgeberfinanziertes, externes, vertrauliches Beratungs- und Supportsystem zur Förderung der psychischen und physischen Gesundheit der Beschäftigten.

Es unterstützt bei arbeitsbezogenen und privaten Problemlagen – von Familien- und Beziehungsthemen über Pflegebelastung, Trauer und Lebenskrisen bis zu Erschöpfungs- und Überlastungsdynamiken.

Anonymität und Neutralität.

Beratung durch externe Fachpersonen schützt die Vertraulichkeit – die Voraussetzung für ehrliche, wirksame Gespräche.

Betriebliche Gesundheitsförderung.

Frühzeitige Unterstützung wirkt der Chronifizierung psychosozialer Belastungen entgegen.

Breites Themenspektrum.

Von Stress und Konflikten bis zu Lebenskrisen mit psychosozialem Unterstützungsbedarf.

Konkreter Nutzen für Arbeitgeber.

Reduzierte Fehlzeiten, höhere Mitarbeiterbindung, geringere Fluktuation, Entlastung von Führungskräften.

Kernaufgaben

Auftragsklärung und Kontraktgestaltung.

Rolle, Mandat, Grenzen, Datenschutz, Zieldefinition.

Systematische Fallklärung.

Anliegen, Kontext, Belastungs- und Ressourcenprofil – ohne Diagnostik.

Strukturierte Kurzzeitberatung.

Entlastung und Stabilisierung in einem klar umrissenen Beratungsprozess.

Ressourcenaktivierung und Transferplanung.

Alltagsnahe Umsetzung der Beratungsergebnisse.

Psychoedukation.

Wissen zu Stress- und Emotionsregulation, Kommunikation, Konfliktkompetenz – im präventiven Sinn.

Konflikt- und Krisenkompetenz.

Deeskalation, Klärung, Erststabilisierung, sichere Weiterleitung wo erforderlich.

Typische Beratungsthemen

  • arbeitsbezogene Belastungen (Überlastung, Rollen- und Erwartungskonflikte, Teamkonflikte, mobbing-nahe Dynamiken – präventive Einordnung)
  • private Belastungen (Partnerschaft, Trennung, Familie, Erziehung, Mehrgenerationenthemen, Pflegebelastung)
  • Krise und Verlust (Trauer, akute Belastungsreaktionen, Übergänge und Transitionen)
  • psychosoziale Themen (Einsamkeit, soziale Konflikte, Selbstwert, Emotionsregulation)
  • suchtbezogene Themen im primärpräventiven Sinn (Konsumrisiken, Veränderungsmotivation, Stabilisierung – ohne Behandlung)
  • finanzielle Belastungen im Sinne psychosozialer Stabilisierung und Orientierung

Berufsbezeichnung und Zertifizierung

  • Empfohlene Berufsbezeichnung: Psychologischer EAP-Berater / EAP-Counselor (VpsyB e.V.)
  • Langform: Psychologischer Berater im Employee Assistance Program (EAP)
  • Zertifikatstitel: Zertifizierter Psychologischer EAP-Berater / EAP-Counselor (VpsyB e.V.) – Primärpräventive psychosoziale Beratung außerhalb der Heilkunde
  • DQR-Einstufung (Vorschlag): Niveau 5 (Fortbildungsqualifikation)

Qualität nach VpsyB-Standard

Beide Berufsbilder folgen den Qualitätsstandards des VpsyB e.V.

Sie sichern Klientensicherheit, Professionalität und gesellschaftliches Vertrauen:

Definierte Qualifikationsanforderungen.

Beratungskompetenz, Ethik und Recht, Krisenkompetenz, Systemwissen, Organisationskontext.

Verpflichtende Supervision und Intervision.

Regelmäßige fachliche Reflexion als Grundlage professioneller Praxis.

Kontinuierliche Fortbildung.

Aktualisierung von Fachwissen und Methoden auf gesichertem Stand.

Transparenz.

Klare Leistungsbeschreibung, definierte Grenzen, Datenschutz, Beschwerdewege

Evaluation.

Zielerreichung, Zufriedenheit, Weiterleitungsquote, Abbruchgründe – als Grundlage stetiger Qualitätsentwicklung.

Fortbildung und Ausbildung beim VpsyB e.V. (Psychologischer EAP Berater und Lotse Mental Health Guide)

Beide Tätigkeitsfelder sind anspruchsvoll – fachlich, methodisch und ethisch.

Der VpsyB e.V. bietet daher zwei klar getrennte Qualifizierungswege:

Fortbildung – für bereits ausgebildete psychologische Beraterinnen und Berater

Sie sind als psychologische Beraterin oder als psychologischer Berater bereits qualifiziert und möchten in das Tätigkeitsfeld der Arbeitswelt einsteigen oder es professionell ausbauen?

Die Fortbildung des VpsyB e.V. vermittelt die spezifischen Kompetenzen, die für die Tätigkeit als Lotse Mental Health Guide oder als Psychologischer EAP-Berater erforderlich sind: organisationaler Kontext, Schnittstellen- und Navigationskompetenz, Krisenkompetenz, EAP-spezifisches Vorgehen, Datenschutz und Compliance im Unternehmenskontext.

  • Zielgruppe. Psychologische Beraterinnen und Berater mit abgeschlossener Beratungsausbildung.
  • Format. Modular aufgebaut, mit Präsenz- und Onlineanteilen sowie supervidierter Praxis.
  • Abschluss. Zertifikat des VpsyB e.V. – Lotse Mental Health Guide bzw. Psychologischer EAP-Berater.

Ausbildung – für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger

Sie verfügen über keine vorhandene Beratungsausbildung, möchten aber den Beruf der psychologischen Beraterin oder des psychologischen Beraters mit Schwerpunkt Arbeitswelt ergreifen?

Auf Anfrage bietet der VpsyB e.V. eine vollständige Ausbildung – aufbauend auf den Qualitätsstandards des Verbandes und den methodischen Grundlagen der psychologischen Beratung außerhalb der Heilkunde, mit anschließender Spezialisierung auf Lotse oder EAP-Beratung. Die Ausbildung umfasst Beratungsgrundlagen, methodische Vertiefung, Selbsterfahrung, supervidierte Praxis und die spezifischen Kompetenzen für die Arbeitswelt.

  • Zielgruppe. Interessierte ohne abgeschlossene Beratungsausbildung – z. B. aus HR, BGM, Sozialarbeit, Pflege, Pädagogik, Coaching.
  • Voraussetzungen und Eignung. Werden im Rahmen einer persönlichen Orientierungsberatung geklärt.
  • Format. Modular, berufsbegleitend, mit verbindlichen Selbsterfahrungs- und Supervisionsanteilen.

Sie sind an einer Ausbildung & Fortbildung interessiert?

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie individuell zur passenden Qualifizierung – Fortbildung oder Ausbildung – und klären gemeinsam mit Ihnen Voraussetzungen, Format und Ablauf.

Sie sind Unternehmen oder Organisation?

Sie möchten primäre Prävention psychischer Gesundheit in Ihrem Unternehmen wirksam verankern – qualitätsgesichert, vertraulich, klar abgegrenzt zur Heilkunde?

Der VpsyB e.V. unterstützt Sie dabei, Lotsen- und EAP-Strukturen aufzubauen, geeignete Beraterinnen und Berater zu identifizieren und das Angebot in Ihre bestehenden BGM-, HR- und Präventionsstrukturen zu integrieren. Der Rahmen: Rollenklarheit, Datenschutz, Ethik – und ein klarer Bezug zur gesetzlichen Pflicht zur Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung nach § 5 ArbSchG.

 

Gemeinsam für mentale Gesundheit in der Arbeitswelt

Sprechen Sie mit uns – über Lotse, EAP, Fortbildung, Ausbildung oder Kooperation.

Wir freuen uns auf den Dialog.

Kontakt: in**@***yb.org  –  Tel: 089-23543044
Verantwortlich: Hon.-Prof. Sandra Neumayr-Sopp, Präsidentin VpsyB e. V.