Erstmals ist der Beruf „Psychologische/r Berater/in” in BERUFENET, dem Berufsinformationsportal der Bundesagentur für Arbeit, amtlich beschrieben und in die Klassifikation der Berufe (KldB) eingeordnet. Der Eintrag geht auf einen Antrag des VpsyB zurück und markiert für das Berufsfeld der psychologischen Beratung außerhalb der Heilkunde einen bedeutenden Entwicklungsschritt.
Vom VpsyB initiiert und beantragt – von der Bundesagentur für Arbeit aufgegriffen
Der Verband Psychologischer Berater (VpsyB e. V.) hat die amtliche berufskundliche Erfassung des Berufs angestoßen, förmlich beantragt und den Prozess fachlich begleitet. Die Bundesagentur für Arbeit hat das Anliegen geprüft, den Beruf in BERUFENET aufgenommen und berufskundlich beschrieben sowie innerhalb der Klassifikation der Berufe (KldB) eingeordnet.
Unser besonderer Dank gilt der Bundesagentur für Arbeit und den an diesem Prozess beteiligten Fachstellen.
Erstmals eine amtliche berufskundliche Beschreibung
Bislang existierte keine von einer öffentlichen Stelle verantwortete berufskundliche Beschreibung dieses Berufs. Berufsverständnis und Außendarstellung waren vielmehr durch unterschiedliche Ausbildungswege, Anbieter, Verbände und individuelle Tätigkeitsprofile geprägt. Ein einheitlicher amtlicher Referenzpunkt fehlte.
Mit dem Eintrag in BERUFENET liegt nun erstmals eine sachlich-neutrale, amtlich verantwortete und bundesweit zugängliche berufskundliche Beschreibung vor. Sie schafft einen wichtigen Referenzpunkt für Orientierung, Vergleichbarkeit und die weitere Professionalisierung des Berufsfeldes. Zugleich stärkt die erstmalige amtliche Beschreibung die Ausgangsbasis für die weitere fach- und berufspolitische Diskussion über Qualitätsstandards, Qualifikationsanforderungen und einen möglichen künftigen Bezeichnungsschutz.
Die amtliche Beschreibung bildet zentrale Merkmale des Berufsbildes ab
Die Beschreibung benennt als Zielgruppe ausdrücklich psychisch gesunde Menschen und umreißt zentrale Beratungsanlässe: persönliche Probleme und Konflikte, Trauer, Einsamkeit sowie Veränderungen im privaten und beruflichen Leben. Erfasst werden Einzel-, Paar-, Familien- und Gruppenberatungen ebenso wie die Beratung Angehöriger erkrankter oder belasteter Personen, die Förderung der psychischen Gesundheit im Alter und die Begleitung von Beschäftigten in der Arbeitswelt – etwa im Rahmen von Employee-Assistance-Programmen (EAP) und betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF).
Besonders bedeutsam ist, dass die Beschreibung nicht nur die Beratungsfelder abbildet, sondern auch eine klare fachliche Grenze zieht: Bei Anzeichen oder dem Verdacht auf eine psychische Störung ist die Weiterverweisung an approbierte und ärztliche Stellen ausdrücklich vorgesehen. Damit liegt erstmals eine amtliche Funktionsbeschreibung einschließlich einer Grenzziehung vor.
Damit bildet die amtliche Beschreibung zentrale Merkmale des vom VpsyB vertretenen primärpräventiven Berufsverständnisses ab. Die klare Grenzziehung bei psychischen Störungen entspricht der vom VpsyB vertretenen Abgrenzung psychologischer Beratung außerhalb der Heilkunde.
Stimme der Präsidentin
„Zum ersten Mal ist unser Beruf amtlich beschrieben und als eigenständiges Tätigkeitsprofil öffentlich sichtbar. Das ist für unser Berufsfeld ein bedeutender Schritt. Besonders wichtig ist mir, dass die Beschreibung nicht nur die vielfältigen Beratungsfelder abbildet, sondern auch die fachliche Grenze bei psychischen Störungen klar benennt. Auf dieser Grundlage werden wir den Weg der Professionalisierung, Qualitätssicherung und Standardisierung konsequent weitergehen.” — Hon.-Prof. Sandra Neumayr-Sopp, Präsidentin des VpsyB
Ausblick
Die erstmalige amtliche Beschreibung ist ein wichtiger Entwicklungsschritt – und kein Endpunkt. Der VpsyB wird die Professionalisierung des Berufsfeldes konsequent weiterverfolgen: durch fachliche und ethische Standards, nachvollziehbare Qualifikationsanforderungen, Qualitätssicherung und die weitere berufspolitische Klärung des Berufsbildes.
Unser Dank gilt dabei auch dem Team des VpsyB sowie unseren Mitgliedern – den Beraterinnen und Beratern, die diesen Weg mitgestalten.
